Ratgeber · aktualisiert am 27.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Komposter richtig befüllen: Was darf rein und was nicht?
Komposter richtig befüllen: Welche Garten- und Küchenabfälle dürfen rein, was gehört in die Biotonne, und wie schichtest du den Kompost so, dass er nicht fault?
„Compost pile“ von Ksd5 · CC0 1.0
Ein Komposter ist schnell gekauft, doch ob daraus guter Humus wird oder eine nasse, stinkende Masse, entscheidet sich beim Befüllen. Die gute Nachricht: Die Regeln sind einfach. Wenn du weißt, welche Abfälle hineingehören, wie du sie mischst und woran du erkennst, dass etwas schiefläuft, klappt Kompostieren fast von allein.
Die Grundregel: Mischen, lüften, feucht halten
Die Mikroorganismen im Kompost brauchen Sauerstoff, Wasser und Nahrung. Das Umweltbundesamt fasst es so zusammen: Der Kompost sollte gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass sein und aus möglichst unterschiedlichen Materialien gut durchmischt aufgesetzt werden. Neudorff gibt ein anschauliches Maß: Der Inhalt soll so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm.
Praktisch heißt das: Mische feuchtes, weiches Material wie Rasenschnitt und Gemüsereste immer mit trockenem, grobem Material wie kleinen Ästen, Laub, Stroh oder Häckselgut. Das Grobe sorgt für Luftkanäle, das Feuchte für Stickstoff und Wasser. Der NABU spricht vom Verhältnis von holzigem und frischem Material, dem sogenannten C/N-Verhältnis.
Was darf in den Komposter?
Die folgende Übersicht ist angelehnt an die Kompost-Tabelle des NABU, einzelne Punkte ordnen wir etwas vorsichtiger ein:
| Darf rein | Nur in Maßen | Gehört nicht hinein |
|---|---|---|
| Obst- und Gemüsereste, Schalen | frischer Rasenschnitt | Essensreste |
| Eierschalen, Kaffeesatz | Papier (unbeschichtet) | behandeltes Holz |
| Asche von unbehandeltem Holz (max. 3 %) | Holzstreu | beschichtetes Papier |
| trockener Rasenschnitt, Laub | Federn, Haare | kranke Pflanzen, Pflanzen mit Schädlingsbefall |
| alte Erde aus dem eigenen Garten | Wurzelunkräuter, nur bei langer heißer Rotte | Katzenstreu, Metall, Leder, Mineralisches |
Besonders wichtig ist der Umgang mit Unkraut und Krankheiten. Laut Umweltbundesamt werden Samen und Wurzeltriebe von Unkräutern im Gartenkompost in der Regel nicht abgetötet, und bestimmte Pflanzenkrankheiten können sich über den Kompost verbreiten. Solche Abfälle gehören in die Biotonne, in großen Kompostanlagen werden sie durch die hohen Temperaturen sicher unschädlich gemacht.
Gekochte Essensreste und Fleisch sind aus einem zweiten Grund tabu: Sie locken Ratten und andere Tiere an. Brot führt der NABU zwar unter den Dingen, die auf den Kompost dürfen. Wir raten aus demselben Grund trotzdem davon ab, das ist unsere eigene Vorsichtsregel. Wer diese Reste trotzdem verwerten will, kann einen Bokashi-Eimer nutzen, dazu mehr im Artikel Bokashi: Kompost aus der Küche.

Schritt für Schritt: einen neuen Komposter anlegen
- Platz vorbereiten: Den Boden unter dem Komposter leicht auflockern. Gegen Mäuse und Ratten legst du ein engmaschiges Drahtgitter darunter.
- Grobe Unterlage: Der NABU empfiehlt, zuerst grobes Material etwa 20 Zentimeter hoch auf dem Boden aufzuschichten, zum Beispiel Äste und Strauchschnitt. Das sorgt für Belüftung von unten und lässt Wasser ablaufen.
- Gemischt auffüllen: Darauf kommt feineres Material wie Laub, Rasenschnitt und Küchenreste, immer im Wechsel mit Trockenem. Eine Handvoll reifer Kompost oder Gartenerde bringt gleich die richtigen Lebewesen mit.
- Größere Mengen auf einmal: Wenn du im Thermokomposter hohe Temperaturen erreichen willst, setze möglichst viel auf einmal an. Neudorff nennt dafür mindestens 80 bis 100 Liter.
- Zerkleinern: Grobe Äste und Stängel schneidest oder häckselst du klein, die größere Oberfläche beschleunigt laut Umweltbundesamt die Rotte.
- Abdecken: Ein Deckel oder eine Schicht Stroh hält Wärme und Feuchtigkeit im Haufen.
Rasenschnitt: der häufigste Fehler
Frischer Rasenschnitt ist nass, fein und fällt oft in großen Mengen an. Kippst du ihn als dicke Schicht in den Komposter, verklebt er, bekommt keine Luft mehr und beginnt zu faulen. Lass Rasenschnitt besser erst etwas antrocknen, wie Neudorff empfiehlt, und mische ihn dann mit grobem, trockenem Material. Große Mengen kannst du auch als dünne Mulchschicht unter Sträuchern verteilen.
Zu nass, zu trocken, stinkt: so erkennst du Probleme
- Zu nass: Der NABU nennt einen einfachen Test. Wenn du beim Zusammendrücken des Materials mit der Hand Wasser herausdrücken kannst, ist der Kompost zu nass. Dann trockenes Material untermischen und den Haufen auflockern.
- Zu trocken: Das Material zerfällt staubig, und es passiert kaum etwas. Neudorff nennt Ameisen als Hinweis auf zu wenig Feuchtigkeit. Dann den Haufen beim Umsetzen gießen.
- Riecht faulig: Meist fehlt Luft, oft wegen zu viel Rasenschnitt oder Küchenresten auf einem Fleck. Umsetzen und grobes Material ergänzen hilft.
Umsetzen und ernten
Bei einem langsam über das Jahr gefüllten Kompost rät der NABU, ihn während der Reifezeit ein- bis zweimal umzusetzen und am Ende zu sieben. Nach zehn bis zwölf Monaten ist er laut NABU fertig. Mit einem Thermokomposter und guter Mischung kann es schneller gehen. Reifer Kompost ist dunkel, krümelig und riecht nach Waldboden. Was im Sieb hängen bleibt, wandert einfach zurück in den Komposter.
Hast du viel Laub und Strauchschnitt, lohnt sich ein offener Zweitbehälter als Vorratslager für trockenes Material:
Reifen Kompost kannst du im Beet, unter Sträuchern oder im Hochbeet verwenden. Im Hochbeet ist er eine der wichtigsten Schichten, wie du es dort befüllst, erklärt der Hochbeet-Ratgeber unter Hochbeet richtig befüllen. Welcher Behälter überhaupt zu dir passt, liest du in Komposter offen oder geschlossen?.
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